
Matthias Stier von der IG Tomate im Verschönerungsverein stellt das Konzept vor für den Ascherslebener Tomatengarten vor. Welche Themen und Besonderheiten geplant werden.
Den 15. Ascherslebener Tomatentag wird es am 22. August – zum dritten Mal im neuen Tomatengarten auf dem Gelände der Grundschule Pfeilergraben – geben. Doch bevor es so weit ist, steht Arbeit auf dem Plan. Viel Arbeit für die Mitglieder der Interessengemeinschaft Tomate im Verschönerungsverein, für die Mitglieder des Vereins zur Erhaltung der Nutzpflanzenvielfalt (VEN), die Mitarbeiter der beteiligten Gärtnereien, die zwei Helfer des Vereins, die über Arbeitsgelegenheiten im Einsatz sind, und auch die Schüler. Diese haben bereits Blumen ausgesät, die zur Verschönerung geplant sind. Der Ascherslebener Matthias Stier hat sich mit der Quedlinburger Familie Hoppe vom VEN Gedanken über die diesjährige Konzeption gemacht. „Wir lassen uns jedes Jahr etwas Besonderes einfallen”, macht er neugierig. „Wir haben dieses Jahr Wert auf biologisch produziertes Saatgut gelegt“, sagt er und meint damit, dass ohne Pflanzenschutzmittel gearbeitet wird.
Themen des Jahres seien diesmal „Ökologische Tomatenzüchtungen”, „Moderne Züchtungen” und „Tomaten aus der Raritätengärtnerei”, macht Stier neugierig. Als „Reisetomaten” bezeichnet Stier die ungewöhnliche Sorte ,einer großen Fleischtomate, deren Früchte aus mehreren Segmenten bestehen, die sich einzeln abbrechen lassen. Raritäten sind auch eine „Faltentomate” und eine „Damentomate”, so Stier, der Näheres nicht verrät.
24 Beete werden von den IG-Mitstreitern mit 160 verschiedenen Sorten von Tomaten bestückt. Das biologische Saatgut stamme von Firmen wie Culinaris aus Göttingen oder Sativa aus Baden-Württemberg, historisches Saatgut aus Sachsen-Anhalt, eigene Sorten aus Eisleben ,und Quedlinburg, von der Raritätengärtnerei ,Schwarzach mit einigen bunten Sorten, von Reinsaat aus Österreich, Wing Seed aus Holland, Volmary aus Münster oder auch aus Polen, berichtet Stier. Auf der Internetseite des Verschönerungsvereins soll es nach der Pflanzung eine Tomaten-Liste geben, ,auf der sich Interessenten über Art, Geschmacksrichtungen, zu erwartende Wuchsgröße und andere Details informieren können. Auch auf den Tafeln vor Ort sollen sich Besucher belesen können. Man könne nicht allen Besuchern Tomaten zum Probieren geben, weiß Stier. Daher soll auf den Tafeln stehen, ,wie diese Tomaten schmecken.
Stier hat den Pflanzplan bereits fertig. Jedes der Beete wird thematisch geordnet sein. Von jeder der 160 Sorten möchte er zwei Pflanzen setzen lassen. Heute seien vor allem süße und farbige Tomaten – Cocktailtomaten – im Trend, weiß Matthias Stier. Ein paar Fleischtomaten und Riesentomaten werde es aber auch im Tomatengarten wieder geben, weil einige Gäste danach fragen. Eine Zwergtomaten-Sorte werde an einem Beet mit einer Blumenmischung stehen. 17 verschiedene Blumensorten sollen zwischen den Tomaten wachsen. Dabei handele es sich wie im Vorjahr wieder um sogenannte Fleuroselect-Goldmedaillen-Gewinner. Dies seien neue Blumensorten, die in den vergangenen Jahren entwickelt und preisgekrönt worden sind. „Die Pflanzen zieht wieder Tinplant aus Klein Wanzleben für uns an“, berichtet der IG-Sprecher. Zum 15. Tomatentag plant Matthias Stier auch etwas Besonderes. Bei einem Urlaub in Amerika habe er mit Züchter Christoph Kleinhanns aus Gernrode eine alte indianische Minz-Sorte entdeckt. Die Gärtnerei Fehse werde zehn Pflanzen der „Indian Mint” als Schaupflanze anziehen. Sie soll bis zu zehn Meter lang werden. „Die hat einen unwahrscheinlichen Duft“, macht er neugierig. Außerdem kündigt Matthias Stier eine Samentauschbörse für die Tomatenfreunde an. Jeder, der möchte, kann seinen eigenen Tomatensamen mitbringen und diesenmit Gleichgesinnten tauschen. Der VEN werde auch wieder Tomatensamen verkaufen.
Auf rund 2.000 Euro beziffert Matthias Stier den finanziellen Aufwand für den Tomatengarten mit Material und Wasser. Der Wasserversorger habe aufgrund des Mehrverbrauchs der Grundschule schon nach der Ursache gefragt, um einen Rohrbruch auszuschließen, berichtet Stier schmunzelnd. Eine Regenwassertonne nutzt er für die Herstellung einer Jauche aus Brennnesseln und Beinwell. Damit sollen die Tomaten schön grün und weniger anfällig für Läuse werden.
Quelle: MZ Aschersleben / Detlef Anders
mit freundlicher Genehmigung der Mitteldeutschen Zeitung