
Die LSG Ascania Aschersleben veranstaltet den 45. Einetallauf – mit einer Rekordbeteiligung von 1.000 Teilnehmern. Durch den Grundschul-Pokallauf kommen noch einmal 300 Starter dazu.
Am frühen Sonntagmorgen regnet es noch in Strömen. Doch die Laufsportgemeinschaft (LSG) Ascania Aschersleben schickt in den sozialen Medien eine Nachricht raus: „Der Wettergott scheint nicht auf unserer Seite zu sein. Aber wir machen das Beste draus und ziehen das heute gemeinsam mit euch durch!“ Der 45. Einetallauf findet also statt. Und das mit einer Rekordbeteiligung. „Natürlich ist das Wetter nicht egal“, meint Adrian Einecke. „Bei viel Regen ist es schwerer, die Strecke zu finden“, weiß der Chef der LSG, die das Event organisiert. Seine Leute hatten die Richtungen an Abzweigungen und Kreuzungen mit Kreidepfeilen auf der Straße markiert. Die könnte der Regen möglicherweise weggewaschen haben. „Wir haben jetzt noch zusätzlich Schilder aufgehängt und viele weitere Helfer als Streckenposten dabei“, meint der LSG-Chef.
Ausfallen soll die Aktion, die wahrlich einem Volksfest gleicht, nämlich nicht. „Der Einetallauf ist eine der größten Laufveranstaltungen in Sachsen-Anhalt“, nickt Einecke und freut sich über den Rekord: Erstmals gibt es um die 1.000 Teilnehmer. „So viel hatten wir noch nie.“ Gegen 8 Uhr hat der Regen nachgelassen. Die vielen Helfer – manche noch im Schutz eines Regencapes – bauen auf der Ascherslebener Herrenbreite zahlreiche Zelte und Pavillons auf. Sie schleppen Zeltplanen und Getränkeflaschen, Sitzbänke und Technik über den Platz. „Wir stehen schon seit 6 Uhr hier“, erzählt Jörg Blencke, der als Teil des Küchenteams vom ASB Katastrophenschutz Kohlkopf um Kohlkopf zerschnippelt. „Es wird einen afrikanischen Weißkohl-Linsen-Eintopf geben. Leicht scharf. Vegetarisch. Und das für 1.000 Esser. Wie viel Kohl er noch zerkleinern muss? „Zwei große Bottiche werden es auf alle Fälle. Also 50 Kilo“, schätzt der Koch.
„Wir sind hier mit 32 Leuten im Einsatz und übernehmen sowohl die Küchen- als auch die medizinische Absicherung“, nickt ASB-Rettungsdienstleiter Daniel Schweigert, der auch seit dem frühen Morgen unterwegs ist. „Aber mit Vorbereiten, Einkaufen und Einladen geht das schon seit drei Tagen.“ Silvio Merkwitz, Lars Bremer und ein paar Trainer fädeln derweil die Medaillen – das letzte Teil einer Drei-Jahres-Serie – auf Besenstiele, damit sie später schneller an die Läufer und Walker überreicht werden können. „Wir hatten erst 900“, erzählt Merkwitz, Chef des Ascherslebener Verschönerungsvereins, der bei der Organisation des Laufs dabei ist. Doch dann habe es noch 80 Nachmeldungen für das Starterfeld gegeben. „Wir haben den Medaillen-Hersteller gefragt, ob er noch welche nachmachen kann. Und er hat das tatsächlich geschafft“, freut sich Merkwitz. Dessen Verein organisiert zudem den Pokallauf der Ascherslebener Grundschulen, mit dem der Einetallauf auch an diesem Tag startet. 1.000 Meter. Einmal um die ganze Herrenbreite. Dort startet der Einetallauf schon seit 2021. Vorher – erstmals gab es die Veranstaltung 1981 – ging es auf der Burg los. Ausgefallen ist er nur einmal – zu Corona-Zeiten. Inzwischen ist es kurz vor 9 Uhr und es wimmelt auf der Herrenbreite nur so vor Leuten. Kay Mähnert von der SG Salzlandsparkasse ist beim Lauf schon das neunte Mal dabei. „Wir sind heute über 60 Leute“, freut er sich über das starke Starterfeld in den roten Trainingsjacken. Warum er mitläuft? „Sportlicher Ehrgeiz. Spaß. Freude am Teamsport. Und als Ascherslebener muss man mal mitgemacht haben.“ Das sieht auch Monique Heinel so, die zu den Walkern der SG gehört. Matthias Poeschel hat die 876 auf der Brust. „Ich laufe die 12,5 Kilometer“, sagt der Vorstand der Aschersleber Kulturanstalt und meint: „Ich freue mich, dass so viele Leute nach Aschersleben gekommen sind. Denn inzwischen gehört der Einetallauf zur Stadt dazu wie der Stephanikirchhof.“ Und so sind auch Läufer aus Gänsefurth oder Bernburg angereist.
„Aber mit den 1.000 Anmeldungen haben wir unser Limit erreicht“, weiß Eineckes Stellvertreter Peter Hille. Das Wetter hätten sie sich besser erhofft. „Aber laufen kann man auch bei Regen.“ Nur auf den Wald- und Feldwegen für die großen Strecken müssten die Teilnehmer aufpassen. Dort könne es ein bisschen rutschig sein. Auch Hille dankt im Namen der LSG den vielen Helfern. Zwischen den Zuschauern steht Heiko Grunert, Inhaber des Ascherslebener E-Centers. „Wir unterstützen das wieder mit Lebensmitteln. Obst und Getränke kommen von uns.“ Die Kaffeemänner aus Aschersleben haben einen Stand aufgebaut. Und der Bauhof sperrt die Straßen ab. Hilfe gibt es zudem von den Polizeischülern oder der Läufergruppe aus Ermsleben, die die Streckenposten stellen. Die beiden Verschönerungsvereinsmitglieder Ingrid und Eckehard Peters stehen gleich am Eingang der Herrenbreite. Hier können sich die Grundschüler aus Mehringen und der Stadt Aschersleben anmelden. 303 sind es am Ende. Die meisten – 110 – kommen aus der Christlichen Grundschule. Gefolgt von der Grundschule Pfeilergraben mit 90 Kindern und deren Familienangehörigen. Für ihren Lauf schlägt Ascherslebens OB Steffen Amme die Startklappe zu. „Es ist erfreulich, dass so viele Teilnehmer beim 45. Einetallauf dabei sind. Das zeigt auch die überregionale Beliebtheit dieses Sportevents“, findet der Oberbürgermeister. Und meint: „Ich hoffe, dass alle viel Spaß haben und unverletzt zurückkommen.“
Quelle: MZ Aschersleben / Regine Lotzmann / Foto: Regine Lotzman
mit freundlicher Genehmigung der Mitteldeutschen Zeitung